Es ist soweit: Rennrodlerin Jessica Tiebel vom RRC Altenberg ist nun offiziell für das deutsche Weltcup-Team nominiert worden. Nach den letzten Selektionsrennen der deutschen Nationalmannschaft auf der Kunsteisbahn der LOTTO Bayern Eisarena Königssee hat Bundestrainer Norbert Loch sein Team für die neue Weltcup-Saison benannt. Während es bei den Doppelsitzern keine Veränderungen gibt, und bei den Männern nur ein Neuzugang zu verzeichnen ist, geht das Frauenteam um Vize-Weltmeisterin Julia Taubitz vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal mit einem komplett neuen Team an den Start. Der erste FIL Viessmann Rennrodel-Weltcup der neuen Saison wird am 23. und 24. November in Innsbruck-Igls in Österreich ausgetragen.

Nachdem Natalie Geisenberger vom SV Miesbach und die Ilmenauerin Datjana Eitberger beide schwanger sind und eine Saison aussetzen, und Tatjana Hüfner vom RC Blankenburg ihre sportliche Karriere beendet hat, gehören neben Julia Taubitz und Jessica Tiebel jetzt auch Cheyenne Rosenthal (BSC Winterberg), Junioren-Weltmeisterin von 2019, und Anna Berreiter vom RC Berchtesgaden, die Gesamtdritte des Junioren-Weltcups 2018/19, zum deutschen Weltcup-Team.

„Bei den Damen stehen wir in dieser Saison vor einer neuen Herausforderung. Neben Julia Taubitz haben wir drei ganz junge neue Damen im Team. Dort werden wir einiges an Aufbauarbeit leisten müssen, um sie behutsam in den Weltcup heranzuführen. Ich bin mir sicher, dass sie uns mit dem einen oder anderen guten Ergebnis überraschen werden, aber wir sollten die Erwartungen an unsere drei Neuzugänge nicht zu hoch ansetzen“, beschreibt Bundestrainer Norbert Loch die neue Situation für ihn und das gesamte Trainerteam. „Julia Taubitz kommt in dieser Saison die Führungsposition zu, nicht nur, weil sie die Älteste im Team ist, sondern weil sie Erfahrung hat und als Vize-Weltmeisterin in der Weltklasse angekommen ist und damit auch die Führung übernehmen kann.“

Die Qualifikationswettbewerbe dienten unter anderem auch zum Materialtests für das Quartett, das teils etwas angeschlagen in die Saison gestartet ist. Jesscia Tiebel hatte dabei das Selektionsrennen in Oberhof gewonnen und wurde auf ihrer Heimbahn Dritte. Zum Abschluss am Königssee belegte die vierfache Junioren-Weltmeisterin und Siebte des letztjährigen Nationencups am Ende den zweiten Platz hinter Lokalmatadorin Anna Berreiter. Für die Geisingerin, die bereits als Nachrückerin an zwei Weltcups teilgenommen hatten, wo sie einmal Bronze gewann, geht mit der endgültigen Nominierung nun ein Traum in Erfüllung. Bis zum Weltcupauftakt in Sotschi stehen noch zahlreichen Trainingseinheiten und Schlittentests an. Aktuell sind die Rennrodler im lettischen Sigulda, dann steht noch ein Trainingslager im norwegischen Lillehammer an. Aufgrund ihres Status‘ als Neuling muss sich die 20-jährige Geisingerin, die in Dresden Physik studiert, aber noch über den Nationen-Cup jeweils für die Weltcuprennen qualifizieren. Diese zweitwichitgste internationale Rennserie findet stets vor den jeweiligen Weltcuprennen statt. Dass sich die zweifache Sportlerin des Jahres im Landkreis aber einen Startplatz sichert, ist aufgrund ihrer Leistungen wahrscheinlich.

Bei den Männern hat Loch neben seinem Sohn, dem Weltmeister Felix Loch (RC Berchtesgaden), der bereits gesetzt war, Johannes Ludwig (BRC Oberhof), Junioren-Weltmeister Max Langenhan (BRC 05 Friedrichroda), Sebastian Bley (RT Suhl) sowie Moritz Bollmann (RRV Sonneberg/Schalkau), Gesamtsieger des Junioren-Weltcups 2018/19, im Weltcup starten. „Neuzugang Moritz Bollmann hat mich sehr positiv überrascht, weil er drei sehr, sehr gute Qualifikationsrennen gefahren ist. Er hat als Junior das erste Mal bei den Großen bestanden, mit zwei sehr guten Ergebnissen in Oberhof und am Königssee und einem guten Ergebnis in Altenberg. Er hat sich in den letzten Wochen wirklich sehr gut verkauft und sich die Nominierung redlich verdient“, erklärt Norbert Loch. Chris Eißler (ESV Lok Zwickau), Neunter des letztjährigen Gesamt-Weltcups, hat sich vergangene Woche beim Training am Königssee den Mittelfuß gebrochen und ist heute Morgen operiert worden. Er wird zunächst bis zur Deutschen Meisterschaft ausfallen.

Keine Veränderungen gibt es bei den Doppelsitzern. Neben den Weltmeistern Toni Eggert und Sascha Benecken (BRC Ilsenburg/RT Suhl) werden die Doppel- Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt (RC Berchtesgaden/WSV Königssee) sowie Robin Geueke und David Gamm (BSC Winterberg) im Weltcup starten. Die Nominierung des Weltcup-Teams gilt für alle zunächst bis zu den Deutschen Meisterschaften, die am 22. Dezember 2019 in Oberhof ausgetragen werden.

Außerdem: Im Anschluss an die Selektionsrennen haben auf Anraten des BSD-Trainerteams folgende Athleten ihre sportliche Karriere im Rennrodeln beendet: Florian Löffler ((RRV Sonneberg/Schalkau), Florian Berges (RT Suhl)

Nico Semmler (BRS Ilsenburg/Harz), Johannes Pfeiffer (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal), Christian Paffe (BSC Winterberg) und Markus Hummer vom RC Berchtesgaden.

 

(bsd/hg/skl/ Foto: skl)