Die anhaltende Energiekrise bestimmt den Alltag. Auch der organisierte Sport im Freistaat Sachsen steht vor enormen Herausforderungen. Der Landessportbund Sachsen hat nun auf einen Stufenplan des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hingewiesen, mit dem Sportvereine den Verbrauch mit ein paar einfachen Sparmaßahmen deutlich senken könnten. Hier geht es zum Stufenplan:
https://cdn.dosb.de/user_upload/www.dosb.de/uber_uns/Energiekrise/20220906_Matrix_Energiereduktion_Sportstaettenspezifisch.pdf

Ausreichend ist das am Ende freilich nicht, um den explodierenden Energiekosten entgegenzuwirken. Es ist als eine ergänzende Unterstützung gemeint. Und kein Sport ist natürlich nie eine Lösung.

Dem Landessportbund Sachsen sind die anstehenden Problemlagen bewusst. Viele Vereine werden die explodierenden Energiekosten kaum stemmen werden können, sagt LSB-Generalsekretär Christian Dahms. Da helfe auch das unermüdliche Engagement und der Einsatz all der in unseren Sportvereinen engagierten Sportsfreundinnen und Sportsfreunde nur wenig.

„Nach den ohnehin schon schwierigen zwei Pandemiejahren, von denen sich längst noch nicht all unsere Vereine erholt haben, kommt auch die sächsische Sportlandschaft an die Grenzen ihrer Kräfte“, sagt Dahms weiter mit Blick auf die Energiekrise und ihre Folgen. Entsprechend werde von den Kommunen und der Politik erwartet, den Sport bei allen notwendigen Entscheidungen einzubinden, die ihn betreffen. Nur so könne man gemeinsam bestmögliche Lösungen vor Ort entwickeln, falls Schließungen drohen.

Gleichermaßen betont Dahms, dass der organisierte Sport in dieser schwierigen Situation einmal mehr gesellschaftliche Verantwortung übernimmt! „Kein Sport ist keine Lösung – an diesem Mantra halten wir auch in der Energiekrise fest. Es darf nicht passieren, dass die Politik die Fehler der Corona-Pandemie wiederholt und die Bedeutung des Sports für die Gesellschaft zu geringschätzt. Sport und Bewegung leistet so viel mehr für das gesellschaftliche Gefüge als seine gesundheitsfördernden Effekte. Sportreiben – vor allem gemeinsam im Verein – trägt entscheidend zum physischen und psychischen Wohlbefinden bei, bringt Menschen zusammen und sorgt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagt Dahms.

Auch von Seiten des DOSB kommt deutliche Kritik. Enttäuscht zeigt sich dieser insbesondere aufgrund der fehlenden Berücksichtigung und Unterstützung des Sports im dritten Entlastungspaket, das die Bundesregierung zuletzt auf den Weg gebracht hatte. In dem 65 Milliarden Euro schweren Paket geht der Sport leer aus. Eine Vernachlässigung, die auch weitere gesellschaftlich relevante Bereiche betrifft, wie Dahms betont: „Wir im Sport sehen uns als große Gemeinschaft mit Sektoren wie unter anderem der Kunst und Kultur, Sozialverbänden und dem Handwerk. Auch diese gilt es nicht zu vergessen und entsprechend zu unterstützen.“

Dahms betont hierbei noch einmal: „Unsere Sportvereine brauchen eine spürbare finanzielle Entlastung“. Bereits im Juli hatte der LSB auf die Herausforderungen des organisierten Sports in der Energiekrise hingewiesen und vor pauschalen Schließungen von Sportstätten gewarnt. Zudem befindet sich der Landessportbund aktuell bereits in Gesprächen mit dem für Sport zuständigen Sächsischen Staatsministerium des Inneren, um frühzeitig über ein gemeinsames Vorgehen zu beraten und in kommende Entscheidungen involviert zu sein.

Sportvereine können zudem einen informativen Beitrag leisten, und an einer entsprechenden Umfrage zu den bisherigen und jetzigen Energiekosten teilnehmen. Der KSB hatte bereits darauf hingewiesen und hofft auf eine rege Beteiligung, auch um Argumente bei der politischen Willensbildung sammeln zu können. Mehr als 400 Vereine aus Sachsen haben laut LSB bereits teilgenommen.
Hier geht es zur Energiekosten-Umfrage des LSB:
https://kreissportbund.net/news/anfrage-an-vereine-zu-ihren-energiekosten/

(skl/lsb/Foto: skl)