Statt Karriereende „Franz forever“? Nach mehrmonatiger Bedenkzeit und vielen Gesprächen mit Sponsoren, Sportlern und der Familie hat Francesco Friedrich sich entschieden. Die lebende Boblegende macht weiter. Das gab der Rekordweltmeister vom BSC Sachsen Oberbärenburg am heutigen Donnerstag bei einer Pressekonferenz am Sitz der Ostsächsischen Sparkasse Dresden in der sächsischen Landeshauptstadt bekannt.
Friedrich hat also noch nicht genug. Und der vierfache Olympiasieger hängt nicht nur ein Jahr dran. Der 36-Jährige aus Pirna verkündete gar, dass er seine so erfolgreiche Karriere im Leistungssport bis zu den Olympischen Winterspielen 2030 in Frankreich fortsetzen will! Vier weitere Jahre mit viel Leidenschaft und hartem Training – bis zum großen Finale!
Im Eiskanal von La Plagne möchte der Bundespolizist mindestens sein fünftes Olympiagold einfahren – und dann würde er Rekord-Sieger und nach Siegen mit seinem Ex-Anschieber Thorsten Margis gleichziehen, aber im ewigen Gesamtranking übertrumpfen und sich an die Spitze setzen. Auch die von ihm angepeilten insgesamt 100 Weltcupsiege wären in diesem Zeitraum machbar.
Der Hallenser Margis hatte dieses Jahr bei den Winterspielen in Cortina d’Ampezzo mit dem zweifachen Olympiasieger Johannes Lochner den Titel im Viererbob geholt. Beide traten nach den Spielen zurück. Friedrich fuhr hinter dem in der vergangenen Saison kaum schlagbaren Lochner zweimal zu Silber. In diesem Sommer startet „Franz“ seine letzte große Mission – Doppel-Gold bei den Olympischen Spielen 2030!
Und die Mannschaft dafür steht: Es gibt sowohl Neuzugänge als auch Abgänge. Neu hinzukommen werden Georg Fleischhauer und Rupert Schenk (beide vom SV Motor Babelsberg). Doppel-Olympiasieger Fleischhauer startete zuletzt beim Bobteam Lochner. Schenk war in den vergangenen Wintern Teil der Mannschaft des Thüringer Europameisters Adam Ammour.
Friedrich langjähriger Anschieber Alexander Schüller hatte bereits seinen Wechsel zu Pilot Hans-Peter Hannighofer vom BRC Thüringen bekanntgegeben.
Matthias Sommer (BSC Winterberg) und Felix Straub (DHfK Leipzig) bleiben indes im Bobteam Friedrich. Auch Stamm-Trainer Gerd Leopold wird das Team weiterhin coachen und mit seiner Expertise zu weiteren Erfolgen führen.
„Wir alle kennen Gerd, er hat mit seinem Charme und einem Witz auf den Lippen gesagt, dass er in Albertville damals angefangen hat und er könnte sich vorstellen, dort seine Karriere zu beenden“, erzählt Friedrich. „Wir möchten uns nun so formieren, dass wir bis 2030 durchziehen können. Ziel sind die Olympischen Winterspiele 2030 in Frankreich. Es ist ein kleiner Neuanfang, und wir möchten sportlich mit vollem Engagement reingehen, aber auch drumherum Spaß haben und Gas geben.“
(skl/bsd/Foto: bsd/Arvid Kaffke)
