Mit der letzten Team-Staffel der Saison endete am Sonntag in Altenberg das große Finale des Rennrodel-Weltcups. Die internationale Elite des Rodelsports hatte zuvor die letzten Entscheidungen der Saison unter sich ausgemacht.

Olympiasiegerin Julia Taubitz vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal schnappte sich die Große Kristallkugel knapp vor Tagessiegerin Merle Fräbel vom RT Suhl. Felix Loch vom RC Berchtesgaden hatte mit seinem ersten Platz in Altenberger Eiskanal seinen achten Gesamtsieg gänzlich perfekt gemacht. Rang eins im Endklassement bei den Herren-Doppelsitzern hatte der Bayern-Express um die deutschen Rekordolympioniken Tobias Wendl und Tobias Arlt schon vor dem Finale klargemacht. Sie verzichteten daher auf einen Start, um den Rennrodel-Nachwuchs die Chance auf einen Weltcupeinsatz zu ermöglich. Der Titel hier ging an die am Ende zweitplatzierten in Altenberg siegreichen Österreicher Thomas Steu und Wolfgang Kindl.

Das Team Austria holte zudem nach einem Fauxpas von Merle Fräbel in der Team-Staffel den Tagessieg und den Gesamtweltcup in dieser Disziplin. Darüber hinaus konnten auch die österreichischen Gesamtsiegerinnen Selina Egle und Lara Michaela Kipp im Doppelsitzer in Altenberg jubeln. Als Ehrengäste waren unter anderem Amtschef Ulf Bandiko vom Sächsischen Ministerium des Innern vor Ort, genauso wie Sachsens Landtagspräsident Alexander Dierks.

Zweite im SachsenEnergie-Eiskanal und zugleich Zweite in der Gesamtwertung wurden die Damendoppelsitzer-Vizeolympiasiegerinnen Dajana Eitberger und Magdalena Matschina. Für die 35-jährige Eitberger war es das allerletzte Rennen. Die Ilmenauerin, die mit der Team-Staffel jüngst sogar Olympiasiegerin wurde, beendete nach dem Wettkampf im Kohlgrund ihre Leistungssport-Karriere.

Jessica Degenhardt vom RRC Altenberg und Cheyenne Rosenthal (BSC Winterberg) haben indes die Weltcup-Gesamtwertung einer schwierigen Saison mit Auf und Abs auf dem dritten Platz abgeschlossen. Zum Finale vor heimischen Publikum konnte das sächsisch-westfälische Duo nicht antreten.

Cheyenne Rosenthal hatte sich nach einem Trainingssturz eine Rippenprellung zugezogen und war daher nicht einsatzbereit. Die beiden Europameisterinnen bedauerten den vorsorglichen Verzicht – und mussten sich so mit Bronze „begnügen“. So sagte die Winterbergerin vor dem finalen Rennen: „Wir wären gerne gefahren, die Track-Crew hat einen tollen Job gemacht, wir hätten echt Bock gehabt. Aber wir müssen auf unsere Körper hören.“

Das Fazit und Organisationschef und WiA-Geschäftsführer Jens Morgenstern: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der finalen Weltcup-Woche dieses Winters. Dank stabiler Witterungsbedingungen mit kalten Nächten und sonnig-trockenen Vorfrühlingstagen konnte das Bahnarbeiter-Team um unsere Eismeister Ralf Mende und Tobias Kühnel allen Athletinnen und Athleten zu jeder Zeit faire Trainings- und Wettkampfbedingungen bieten“, resümiert Morgenstern. „Das Publikum hat die frisch gebackenen Olympiasieger und Medaillengewinner von Cortina live angefeuert, wir haben außerordentlich spannende Rennen gesehen, durften uns nicht zuletzt über eine ganze Reihe neuer Bahnrekorde freuen und haben – wie immer am Ende eines Olympia-Zyklus – emotionale Abschiede aus dem aktiven Rodelsport erlebt.“

Noch ist die Eiszeit in Altenberg aber nicht beendet. Denn in der zweiten Märzwoche stehen im SachsenEnergie-Eiskanal noch zwei weitere Höhepunkt an: die Junioren Weltmeisterschaften im Skeleton am 12. und 13. März 2026 – und im Anschluss, also am Freitag und Sonnabend, die Deutschen Meisterschaften im Rennrodeln der Jugend A sowie Junioren A und B ausgetragen.

(skl/bsd/us/Foto: WiA/Arvid Müller)