Einmal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze zum Schluss: Beim finalen Weltcupwochenende in Altenberg erkämpften sich Sachsen Kufen-Asse sechs Medaillen. Die beiden ebenmaligen Oberbärenburger Skeleton-Asse Susanne Kreher und Axel Jungk (beide Dresdner SC 1898) krallten sich jeweils Silber in den Einzelrennen. Für Susanne Kreher war es der erste Podestplatz der Saison. Obendrauf gab es noch die sichere Olympiaqualifikation. Erste wurde Jacqueline Pfeifer von der RSG Hochsauerland.
Axel Jungk war beim Sieg des Briten Marcus Wyatt im Männerrennen sogar exakt zeitgleich mit beiden weiteren Zweitplatzierten Christopher Grotheer (BRC Thüringen) und Matt Weston aus Großbritannien. Zusammen erreichte das sächsische Duo zum Abschluss im letzten Weltcuprennen der Saison noch den Sieg im Mixed-Wettbewerb vor heimischer Kulisse. In den Gesamtweltcupwertungen lagen Weston, die Belgierin Kim Meylemans und Großbritannien I vorn.
Überhaupt war der finale Weltcup 2025/26 in Altenberg auch ein echter Zuschauermagnet. Rund 7.500 Besucher kamen zur Olympiageneralprobe an den SachsenEnergie-Eiskanal im Kohlgrund. Davon allein 3.500 Sportfans am vorigen Sonntag. Ein Grund für den Andrang war sicherlich. dass an dem Tag das letzte Aufeinandertreffen zweier Bob-Legenden auf deutschem Boden stattfand.
Rekordweltmeister Francesco Friedrich vom BSC Sachsen Oberbärenburg trat ein letztes Mal im Weltcup gegen Johannes Lochner an, den frisch gekürten dreifachen Gesamtweltcupgewinner (Zweier-, Vierer- und Kombinierte Wertung). Der für den BC Stuttgart Solitude startenden Lochner hört nach den Olympischen Winterspielen in diesem Februar in Mailand und Cortina d’Ampezzo auf. Ob Friedrich ebenfalls seine atemberaubende Karriere nach 16 WM-Titel und – bislang – vier Olympischen Goldmedaillen beendet, will er nach den Winterspielen entscheiden.
In Altenberg musste sich Friedrich indes mit zwei Bronzeplätzen begnügen. Im Zweierbob gewann Lochners Team vor dem Schlitten von Adam Ammour (BRC Thüringen). Im Viererbob hatte Ammours Team die Nase vorn. Mit bei Lochners Silberfahrt im großen Schlitten saß auch Top-Anschieber Jörn Wenzel vom BSC Sachsen Oberbärenburg.
„Es war wieder ein Rennen, das kein Rennen ist. Denn wenn wir ohne gespritzte Bahn fahren, hat das nichts mit Rennsport zu tun“, kritisierte Friedrich nach dem abschließenden Viererbobrennen. „Dann ist es halt einfach nur eine Sicherheitsvariante, damit alle unten ankommen. Das soll auch das Ziel sein, es soll sich niemand verletzten. Aber wenn man einfach aufgrund von schlechten Bahnverhältnissen, die wir aber nicht hätten haben müssen, ist halt vieles zufällig. Man hätte zumindest die Kurven spritzen können, dann wäre es schon ein Stückweit fairer für alle gewesen. So ist das aber nicht in Ordnung. Wir sind ein Rennsport, da gehört es auch dazu, dass wir auf vernünftigen Bahnen runterkommen. Zur Saison bis hierhin: Wir hatten im Grunde immer schwierige Bedingungen. Heute wäre es eigentlich perfekt gewesen, wir hätten in Nähe des Bahnrekords fahren können. Aber das wurde nicht erledigt, darum ist das so. Jetzt werden die Karten neu gemischt, für Olympia.“
Am Sonntag übergab dann auch noch Sachsens Sport- und Innenminister Armin Schuster (CDU) einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 50.000 Euro an die kreiseigene Bahnbetreiberin, die Wintersport Altenberg (Osterzgebirge) GmbH. „Die Altenberger Kunsteisbahn ist seit Jahrzehnten ein zentraler Ort für den Wintersport in Sachsen. Die Landesregierung setzt auch in diesem Jahr auf gezielte Förderung, um den Spitzensport in der Region zu stärken“, so Schuster. Diese kontinuierliche Unterstützung ist ein klares Bekenntnis zum Standort, zu unseren Athletinnen und Athleten sowie zu den Vereinen.“
(skl/us/Fotos: IBSF/Victoria Grattan/Viesturs Lacis/OSD/Maria Miersch)
