Aus der Traum vom historischen Double für die Handballfrauen vom SSV Heidenau: Nach einer starken Leistung musste sich das Team von Trainer Michael Glathe im Landespokalfinale in Dresden gegen die favorisierte Zweite Mannschaft des BSV Sachsen Zwickau mit 20:23 geschlagen geben. Damit verpasste Heidenau nach der souveränen Meisterschaft in der Verbandsliga Ost den zweiten Titel in dieser Spielzeit. „Unterm Strich muss man sagen, heute hat uns einfach das Quäntchen Glück gefehlt“, sagte SSV-Routinier Nadja Graffunder nach dem engen Pokalmatch.

Der SSV war am vorigen Sonntag in der BallsportARENA nah dran an einer Sensation. Zur Halbzeit führten die Heidenauerinnen mit 13:12. Anna-Maria Krönert und die mit sechs Treffern erfolgreichste SSV-Akteurin Isabell Becke erhöhten nach dem Seitenwechsel sogar auf 15:12. Doch nach dem 19:17 in der 41. Minute stotterten der Angriffsmotor gegen die Erstliga-Reserve aus der Oberliga Sachsen.

Nach einer Unterzahlsituation drehte Zwickaus Lea Weise die Partie mit drei Treffern in Serie praktisch im Alleingang, führte mit 21:19. Und das in der Abwehr und im Tor wieder sehr gut aufgestellte Heidenau verpasste in den letzten zehn Spielminuten einen eigenen Treffer. Trotz der etwas bitteren Niederlage und nach großem Kampf musste sich der Außenseiter im letzten Spiel seiner langjährigen Torfrau Anja Laske geschlagen geben.

„Dieses Spiel war natürlich das Highlight des Jahres, meine Mannschaft hat nicht weniger als ihr Herz auf der Platte gelassen. Ganz genauso wie unsere Fans, zwei Drittel der Halle war in Blau gefärbt. Es war eine absolut unfassbare Stimmung in dieser Halle“, sagt SSV-Coach Glathe nach der Partie. „Der Kampf in der Abwehr, das was uns schon über die gesamte Saison ausgezeichnet hat und der Grund ist warum wir mit einem so starken Gegner mithalten konnten, macht mich als Trainer stolz. Nur 23 Gegentore sind fantastisch. In der Schlussphase haben wir leider zu wenig Durschlagskraft gehabt. Die technischen Fehler hat Zwickau zudem einfach gnadenlos bestraft, davon hatten wir einfach ein paar mehr als unser Gegner was am Ende den Unterschied ausgemacht hat.“

In dieser Saison habe sein Team „zu wenig wirklich enge Spiele“ gehabt. „Natürlich haben wir mit unserer Leistungsexplosion in diesem Jahr unsere Spiele schon meist in der ersten Halbzeit gewonnen. Das hat Zwickau nicht zugelassen, dafür war deren Qualität auch einfach zu hoch“, erklärt der Cheftrainer weiter.  „Und nun man am Sonntag ab der 40 Minute einfach gesehen das uns in dieser Crunchtime die Routine gefehlt hat unter immensen Druck mit der Situation umzugehen und die Sicherheit im Passspiel oder Abschluss zu erhalten. Dieses Mal ging der Pokal an Zwickau, absolut verdient! Aber wir werden diese Erfahrung aus dem verlorenen Finale mit nehmen und so wie ich die Mädels kenne, werden wir stärker daraus hervorgehen. Wir freuen uns alle auf die nächste Saison, und auf die kommenden engen Duelle mit Mannschaften wie Zwickau in der Oberliga Sachsen.“

Den Titel bei den Männern sicherte sich dann anschließend die SG Leipziger Verkehrsbetriebe, die den BSV Limbach-Oberfrohna im Finale in der BallsportARENA mit 27:25 (13:10) bezwang.

(skl/Fotos: ssv)