Einmal Gold, fünfmal Silber und eine Bronzemedaille: Siebenmal Edelmetall gab es für die Olympioniken aus der Region bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d‘ Ampezzo sowie in Antholz. Den Schlusspunkt setzte Anschieber Jörn Wenzel vom BSC Sachsen Oberbärenburg, der am Sonntag zum Abschluss der XXV. Olympischen Winterspiele im Viererbob-Wettbewerb mit dem Bobteam von Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) die Goldmedaille holte. Es war die erste Goldene für einen Sportler aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bei den Winterspielen in Norditalien.
Der 21-jährige Altenberger gehört seit der vorigen Saison zum Bobteam des nun zweifachen Olympiasiegers aus Bayern, der für den BC Stuttgart Solitude startete. Lochner, der nach den Triumphen in Cortina seine Leistungssportkarriere beendet, gewann mit seiner Mannschaft nicht nur im großen Schlitten, sondern war zuvor im Cortina Sliding Centre Eugenio Monti auch schon souverän zum Titel im Zweierbob gefahren.
„Ich werde das jetzt selber mal probieren an den Lenkseilen. Sagen wir mal so, Hansi hat mir gut gezeigt, wie es funktioniert. Ich werde probieren es nachzumachen, auch mit der Gelassenheit und mit dieser Ruhe. Jetzt brauch ich bloß so ein gutes Team wie wir sind, und dann denke ich mal, sollte das klappen“, sagte Anschieber Jörn Wenzel nach seinem Sieg beim Olympia-Debüt. „Aber erst mal probieren, in Oberhof, nächste Woche, und dann schau ich weiter. Georg und ich machen die ganze Zeit Scherze, dass er eine Rutsche fährt und ich eine Rutsche, und derjenige, der das besser macht, der wird im Endeffekt Pilot. Der andere muss dann hinten drin sitzen.“
Hinter dem Gesamtweltcupsieger aus Schönau am Königssee sicherte sich das Bobteam des Pirnaer Titelverteidigers Francesco Friedrich vom BSC Sachsen Oberbärenburg jeweils Silber. Zu dessen Team zählten noch die Anschieber Alexander Schüller, Felix Straub und Matthias Sommer. Angefeuert wurde das Bobteam Friedrich von rund 100 Fans aus der sächsischen Heimat, darunter Familie, Freunde, Wegbegleiter und Sponsoren.
„Es ist jetzt okay so, ich habe heute noch einmal versucht, die Passagen besser zu erwischen, was heute auch gelungen ist. Trotzdem haben wir etwas Zeit liegen gelassen und die anderen haben verdient gewonnen. Das muss man auch schweren Herzens so zugeben“, sagte Rekordchampion Friedrich, der trotz verpassten Titelverteidigungen nach viermal Gold und zweimal Silber nun bester Bobpilot der olympischen Geschichte ist. Erfolgreichster Bobsportler ist indes jetzt Friedrichs langjähriger Anschieber Thorsten Margis vom SV Halle, der dieses Mal mit Lochner im großen Schlitten seinen nunmehr fünften Olympiasieg feierte.
Ebenfalls Silbermedaillen in den jeweiligen Skeleton-Einzelrennen und gemeinsam auch im Mixed-Teamrennen errangen auch die langjährigen Oberbärenburger Asse Susanne Kreher und Axel Jungk vom Dresdner SC 1898. Des Weiteren erkämpfte sich Olympia-Debütant Justus Strelow von der SG Stahl Schmiedeberg als Startläufer mit der deutschen Mixed-Staffel Bronze – es war am Ende die einzige Medaille für die deutschen Biathleten bei den Wettkämpfen in Italien.
Zusammengerechnet gab es also siebenmal Edelmetall für Wintersportlerinnen und -sportler aus der Region. Alle fünf Medaillengewinnen waren übrigens auch Schüler des „Glückauf“-Gymnasiums in Altenberg.
Bei Pirna-TV gibt es einen aktuellen Online-Beitrag aus Cortina zum Bobteam Friedrich und seinen Fans, die den zweifachen Vizeolympiasieger, sein Team und Trainer Gerd Leopold bei einem kleinen Empfang am 3. März 2026 ab 18 Uhr im Pirnaer Q24 feiern wollen, unter: https://youtu.be/h1rPaTBq6j8
(skl/Fotos: privat/BSD/Team D/Philipp Reinhard)
