Die erste Doppelgala des Kreissportbundes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (KSB) ist Geschichte. Und auch die „Sportler des Jahres 2025“ im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind gekürt. Drei der fünf am vorigen Sonnabend bei der Sportgala übereichten Preise gingen an Kandidaten aus Freitaler Vereinen, die zuvor für die Sportlerwahl nominiert worden waren.

Die nunmehr 31. Sportgala des KSB mit Medienpartner Sächsische Zeitung fand am vergangenen Sonnabend keine 24 Stunden nach der Jugendsportlerehrung powered by elbatronic und Autohaus Pirna ebenfalls im Sportpark Dippoldiswalde statt. Das Moderatoren-Duo Robert Drechsler und Jens Umbreit führte mit Witz und Fachwissen durch den kurzweiligen Abend.

Nach der dortigen Vergabe des „Ehrenamtspreises im Sport“ des KSB an elf besonders engagierte Ehrenamtliche aus KSB-Mitgliedsvereinen, den Grußworten von Sachsens Kultusminister Conrad Clemens und Dippoldiswaldes Oberbürgermeisterin und Doppelgala-Schirmherrin Kerstin Körner sowie einem leckeren Büffet vom Cateringteam des Freitaler Freizeitzentrums „Hains“ wurde es ernst.

40 Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften waren für die dreiwöchige Sportlerumfrage im März nominiert worden. In den drei Hauptkategorien konnten erstmals ausschließlich Breitensportler gewählt werden.

Insgesamt 7.348 Stimmen waren bei der Erwachsensportlerumfrage abgegeben worden. Die „Sportler des Jahres 2025“ wurden zudem mit Unterstützung einer Jury ermittelt. Deren Punktevergabe ging ebenfalls zur Hälfte in das Endergebnis da.

Zunächst wurde in Dippoldiswalde der „Champion des Sports“ im Landkreis ausgezeichnet. In dieser neuen reinen Leistungssport-Kategorie setzte sich das Bobteam von Rekordweltmeister Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) vor Sachsens bestem Biathleten Justus Strelow von der SG Stahl Schmiedeberg durch. Den dritten Platz ergatterten sich die Doppelsitzer-Vizeweltmeisterinnen Jessica Degenhardt vom RRC Altenberg und Cheyenne Rosenthal (BSC Winterberg).

Nach zwölf Siegen in der Mannschaftkategorie bei Sportlerwahlen seit 2011 hat die Crew des vierfachen Olympiasiegers aus Pirna nun auch diesen Premierenpreis gewonnen. Wie das Gros der Leistungssportler, das wegen beruflichen Verpflichtungen,

Wettkämpfen oder Urlaubs für die Sportgala absagen musste, konnte auch Friedrich nicht persönlich den Siegerpokal entgegennehmen. Die ehrenvolle Aufgabe übernahm Matthias Benesch, Geschäftsführer des Landesverbandes der Kufensportler RBSV.

Alle weiteren Preise wurden indes direkt vor Ort an die Siegerinnen und Sieger der überreicht. Die 20-jährige Boxerin Emely Dittrich von der BSG Sebnitz ist dabei erstmals als „Sportlerin des Jahres 2025“ geehrt worden. Wie Friedrich lag die deutsche U23-Meisterin bei der Jury und beim Publikums-Voting vorne. Wie alle weiteren Gewinner des Abends erhielt auch sie nicht nur einen schicken Glaspokal, Blumen und eine Urkunde, sondern ebenso einen Scheck der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

Ihr Trainer, Heiko Kött, wurde nach diesem Triumph ebenfalls mit einer Auszeichnung überrascht. Der 61-Jährige aus Sebnitz, der auch Vorsitzender der BSG ist, erhielt die Ehrennadel des Landessportbundes Sachsen in Silber.

Nach dem dritten Platz im Vorjahr hatte sein Schützling, die U23-Vizeeuropameisterin aus dem Sebnitzer Ortsteil Mitteldorf, jetzt den Titel geholt. Es ist das erste Mal in 31 Jahren Sportlerumfragen, dass eine Boxsportlerin vorne lag. Hinter der angehenden Tierwirtin errang Line-Dancerin Rosemarie Abraham vom TSC Silberpfeil Pirna den zweiten Platz. Die 76-Jährige aus Rosenthal-Bielatal ist in ihrer Altersklasse unter anderem Welt- und Europameisterin geworden.

Bronze ging ebenfalls an eine weitere international sehr erfolgreiche Sportlerin aus dem Landkreis. Die für den Reit- und Fahrverein Obercarsdorf startende Reichenauerin Anika Möritz hatte 2025 auf Jamira unter anderem Gold (Einzel) und Silber (Mannschaft) bei den Europameisterschaften der Ländlichen Vielseitigkeitsreiter geholt.

Den ersten Platz in der Kategorie „Sportler des Jahres“ schnappte sich derweil der 100-Meter-Sprint-Landesmeister und Mitteldeutsche Vizemeister Moritz Wagner von der SG Freital-Weißig 1861. Der 24-jährige Student aus Kurort Hartha gewann vor Robert Krahl vom Pirnaer Ruderverein 1872, der sich neben etlichen anderen Titeln in verschiedenen Bootsklassen Gold, Silber und Bronze bei der Masters-WM erkämpfte. Rang drei belegte der Welt- und Europameister (Ü65/Ü70) im Line Dance, Matthias Rabenau vom TSC Silberpfeil Pirna.

Der Juryfavorit, Tambourelli-Champion Jerome Dietrich von der SG Kleinnaundorf, belegte in der finalen Wertung Rang vier. Gesamtsieger Moritz hatte bei der Abstimmung über die KSB-Homepage und die Original-Stimmzettel der SZ am besten abgeschnitten.

Voll wurde es dann auf der Galabühne bei der Vergabe des Teampreises, der ebenfalls nach Freital ging. Die Contemporary-Tanzformation „Precision“ der KreativKÖPFE Freital ist die neue „Mannschaft des Jahres“ im hiesigen Landkreis.

Der Deutsche Vizemeister und WM-Teilnehmer siegte vor der Ü55-Faustballmannschaft des SSV Heidenau, die damit nach mehreren Teilnahmen jetzt ihr bisher bestes Ergebnis bei Sportlerumfragen erzielen konnte. Hinter dem zweifachen Deutschen Meister (Halle und Feld) des Vorjahres konnte sich das Rettungssport-Damenteam der DLRG Ortsgruppe Heidenau über den Bronzerang freuen.

Die Tänzerinnen von „Precision“, die am Morgen nach der Gala gleich wieder für den nächsten Wettkampf trainiert haben, räumten schließlich auch noch den Publikumspreis ab. 578 Stimmen verbuchte die Tanzgruppe und ihr KreativKÖPFE Freital bei ihrer ersten Sportlerwahl-Teilnahme überhaupt. So viele wie kein anderer der insgesamt 40 Kandidaten.

Für das stimmungsvolle Rahmenprogramm zwischen den Ehrungen sorgten Nachwuchsgruppen der KreativKÖPFE Freital, die Cheerleader der Arrows Pirna und verschiedene Tanzgruppen der Kultur- und Tanzwerkstatt Freital. Lasergewehr-Schießen und Rennsimulatoren und weitere Angebote sorgten ebenfalls für Kurzweil bei den Gästen.

Bei der Großen Tombola nach den Siegerehrungen und dieses Mal vor dem abschließenden Gruppenfoto mit allen Geehrten des Abends wurden noch viele attraktive Preise verlost. Glücksfee Katharina von der DLRG Ortsgruppe Heidenau zog unter anderem den Gewinner des Hauptpreises – eine hochwertige Armbanduhr von Nautische Instrumente Mühle-Glashütte.

Neuer Eigentümer des rund 1.200 Euro teuren, handgefertigten Zeitmessers ist Heiko aus Pirna, vom TSC Silberpfeil. Mit dem Erlös aus den verkauften Tombola-Losen wird die Sportgala mitfinanziert. Die Auszeichnungsveranstaltungen werden mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag geschlossenen Haushaltes.

Zum Abschluss des Doppelgala-Wochenendes feierten die rund 350 Gäste aus Sport, Politik und Wirtschaft bei Musik und Tanz und vielen Gesprächen bis Mitternacht.

(skl/Fotos: skl)